Die Eroberung des Nutzlosen

Ein Tag, wie ihn Werner Herzog nicht besser beschreiben könnte. Wir packen unsere sieben Sachen, da wir die Hütte räumen müssen. Ich will das Auto holen und merke schon beim Aufschließen, dass irgendetwas heute faul ist. Die Zentralverriegelung macht nicht die üblichen Geräusche. Im Wagen keine Spur von anliegender Spannung. Auch beim Betätigen des Zündschlosses tut sich überhaupt nichts. Diagnose: Batterietod aus unerfindlichen Gründen. Wir packen weiter alles ein und frühstücken erstmal ausgiebig. Danach spricht M. einen Holländer an, der uns anstandslos Starthilfe gibt. Ich belohne ihn mit einem Händedruck und unserem letzten Bier. Wir fahren nach Blansko in der Hoffnung, eine neue, passende Batterie für den Wagen zu ergattern. Falls nicht, wollen wir unverzüglich die Heimreise antreten. Im Kaufland wird M. nicht fündig, ich warte draußen mit laufendem Motor. An der Tankstelle gegenüber finden wir schließlich ein passendes Modell. Zusammen mit einer Tankfüllung gehen 3000 Kronen drauf. Ich gebe den alten Akkumulator ab und bekomme natürlich das zuvor entrichtete Pfand nicht zurück, dafür nur ein freundliches Lächeln. Keine Lust, mit dem Werkstatt-Honza darüber zu diskutieren. Wieder im Kaufland decken wir uns mit dem Nötigsten fürs bevorstehende Wochenende ein, Tomaten, Tomatensauce, Klobasa, Riegel und Bier. Ein unaufmerksamer Kauflandangestellter schiebt Bierkisten über M.´s baren Fuß. Wir fahren zurück nach Baldovec, auf der Suche nach einem optimalen Platz für unser Zelt werden wir aus dem designierten Start-Ziel-Bereich verwiesen. Totaler Quatsch, aber wir fügen uns der Obrigkeit. Nach erfolgreichen Zeltaufbau fängt es zu regnen an, es pisst sich regelrecht ein.

Wir kehren bei der hübschen Bedienung ein und wählen das Menü und Cappuccino. Es regnet stundenlang weiter, keine Besserung in Sicht. Die Startliste verrät uns, dass es morgen für uns um 9.15 Uhr losgeht. Schumo und Matthi hätten Startnummer 1. Wir sitzen im Auto und harren der Dinge, die da kommen (besseres Wetter?). Neben uns arriven Falk und Anke, die, wie sich später herausstellt, amtierende Weltmeisterin im MBO. „Augen auf ich komme“ schreibt Schumo per SMS und tut es dann schließlich völlig überraschend für uns auch. Es ist schon ziemlich dunkel, wir bettfertig, es regnet immer noch. Scheiße. Wir ziehen uns zurück auf unsere harten Luftmatratzen und lauschen den anderen beim Zeltaufbau zu. Sie berichten von Erdnägeln und welcher Reifen der beste sei. Z-max steht hoch im Kurs.

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